
„Festtag, Geburtstag und Alltag”
> Jahresversammlung der Internationalen Novalis-Gesellschaft <
Am 1.-3. Mai 2009 traf sich die Internationale Novalis-Gesellschaft auf Schloss Oberwiederstedt zu ihrer Jahresversammlung
Es waren besondere Festtage, denn der 2. Mai fiel diesmal auf den 237. Geburtstag Friedrich von Hardenbergs. Festtagsstimmung herrschte unter den Mitgliedern der ING bei Spaziergängen durch die üppig blühende Lindenallee und den Blauen Garten. Das gehaltvolle wie stimmungsvolle Programm zog auch zahlreiche Gäste aus der Region an. Frau Ministerin Petra Wernicke kam am Sonnabend zu einem Kurzbesuch, um die Linden zu sehen, für deren Pflanzaktion sie vor einem Jahr die Schirmherrschaft übernommen hatte, und auch der Landkreis war vertreten.Dem Thema der aktuellen Ausstellung „,Schöne Seele’ oder sogar ‚Gott’ - Frauen, Liebe und Tod bei Novalis“ folgte auch das Programm:
Eine Lesung aus Schillers Schrift „Ueber Anmuth und Würde“ und aus Novalis’ Briefen an Schiller und Karl Leonhard Reinhold mit Wilhelm Bartsch und Peer-Uwe Teska aus Halle begrüßte die am Freitag angereisten Mitglieder der Novalis-Gesellschaft. Im Anschluss übergab der Schriftsteller Wilhelm Bartsch seinen Antrag auf Mitgliedschaft in der Internationalen Novalis-Gesellschaft an den Präsidenten Prof. Herbert Uerlings. Noch zwei weitere Mitglieder wurden an diesem Wochenende aufgenommen, und mit großer Freude wurde zur Kenntnis genommen, dass die jungen Linden immer mehr Brautleute nach Oberwiederstedt locken, um hier den Bund fürs Leben zu schließen, unter denen im Mai auch ein junges Mitglied der Novalis-Gesellschaft sein wird. Die Mitgliederversammlung stimmte dem Vorschlag des Präsidenten zu, allen Paaren, die sich in Oberwiederstedt trauen lassen werden, zu ihrem Hochzeitstag eine dreijährige Mitgliedschaft in der Internationalen Novalis-Gesellschaft zum Geschenk zu machen.
Weitere Höhepunkte folgten im Programm:
Matthias Löwe aus Leipzig hielt einen Vortrag - Teil seiner Dissertation - zu „Glauben und Liebe“ bei Novalis, besonders ging er dabei auf die zu damaliger Zeit kontrovers aufgenommene Statue der Prinzessinnen Luise, Königin von Preußen, und ihrer Schwester Friederike von Johann Gottfried Schadow ein. Obwohl Novalis, der Zeit seines Lebens nicht in Berlin war, diese Statue nur aus Beschreibungen und Erzählungen kannte, war Luise gerade auch in dieser Darstellung für ihn Idealtypus der Frau - in der Ausstellung des Novalis-Museums steht sie deshalb (nicht nur visuell als zwei Meter hohe moderne Skulptur) im Mittelpunkt.
Frau Dr. Gabriele Rommel, Direktorin der Forschungsstätte für Frühromantik und Geschäftsführerin der ING, erörterte am Nachmittag die gegenwärtige Ausstellung vor dem Hintergrund des Landesthemas des Landes Sachsen-Anhalt 2008 „Frauen im 18. Jahrhundert“, die schon überleitet in die „Alltagswelten des Friedrich von Hardenberg“ (ab 18. Oktober 2009). Thematisch folgt 2010 das 6. Festival der Märchen auf Schloss Oberwiederstedt „Märchen im Alltag - Alltag im Märchen“, auch Teil des Landesthemas „Alltagswelten im 18. Jahrhundert“.
Nach Gesprächen zu Novalis-Texten mit Prof. Dirk von Petersdorff führte Prof. Ludwig Stockinger durch die Ausstellung. Besonders ging er auf die Natalie, die „schöne Seele“ in Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ und auf das Paradoxon von Körperlosigkeit der Seele einerseits und der Schönheit als Merkmal der Körperlichkeit andererseits ein.
Der Abend klang aus mit einem Klavier-Konzert mit Prof. Piotr Oczkowski, Hochschule für Musik Detmold.
Zum Abschluss des Treffens sprach Prof. Herbert Uerlings über „Maria in der Literatur der Frühromantik“ am Beispiel von Gedichten Novalis’ und Hölderlins, die im Anschluss von Studierenden der Sprechwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vorgetragen wurden.





