Historische Ansicht (Aquarell)
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3. Aus dem Restaurierungskonzept

Die Lindenallee wurde am 1. Juli 1770 gepflanzt. Auf einer Länge von ca. 95 m wurden ca. 22 Baumpaare gesetzt. Der Abstand der Bäume und die Breite der Allee betragen ca. 4,50 m. Die heute noch vorhandenen Altbäume weisen eine Kappstelle in 3,50 m auf, die gesamte Allee wurde vermutlich um 1900 gekappt. Das nördlichste Baumpaar scheint hier ausgenommen worden zu sein, verloren gegangene Bäume wurden durch Aufziehen eines Triebes aus den Stockausschlägen ersetzt. Einige dieser Bäume stehen heute noch.
Bei der Restaurierung einer Allee geht es vor allem um die Wiedergewinnung oder den Erhalt der linearen Struktur in Garten oder Landschaft mit gleichzeitigem Erhalt des Denkmalbestandes, der Altbäume. Die alten Bäume einer Allee besitzen einen hohen historischen und ökologischen Wert. Sie legen Zeugnis ab vom einstigen künstlerischen Schaffen unserer Vorfahren. Gleichzeitig stellen sie in der heute weitestgehend ausgeräumten Agrarlandschaft und in den artenarmen Wirtschaftswäldern selten gewordene Lebensräume für Tiere und Pflanzen dar. Diese alten, teilweise geschädigten Bäume lassen sich durch baumpflegerische Maßnahmen fast immer langfristig erhalten. Die Pflege der Altbäume sowie das Nachpflanzen in den Reihen der Allee sind gartendenkmalpflegerische Aufgaben bei der Wiederherstellung historischer Alleen.
In der Oberwiederstedter Lindenallee können 22 Winter-Linden (Tilia cordata) nachgepflanzt werden. Der Weg der Allee muss auf der ganzen Länge wiederhergestellt werden. Vom nördlichsten Baumpaar führt er dann in gerader Linie zum Eingang des Gartens.
Mit der Anpflanzung der Allee wird ein wichtiges Element des Oberwiederstedter Gutsgartens restauriert. Die 1770 gepflanzte Lindenallee nahm im nach landschaftlichen Gestaltungsvorgaben angelegtem Garten noch ein barockes Element auf. Jedoch zielt sie nicht mehr in bis dahin traditioneller Weise auf das zentrale Gebäude, das Schloss (Gutshaus), um dessen Repräsentationskraft zu unterstützen, sondern die Allee verläuft durch den Garten. Sie bildet eine Gartenachse und verbindet den nördlichen Pavillon mit dem südlich liegenden Jäger-Berg. So wird der Blick nach modernen Gesichtspunkten des ausgehenden 18. Jahrhunderts aus dem Garten in die Landschaft geführt. Ebenso sind vom ovalen Gartenraum zwischen Allee und Pavillon Sichten auf die Türme der Unter- und Oberwiederstedter Kirchen inszeniert worden.

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2. Die Geschichte von Dorf und Garten >>
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